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Australien verklagt Google wegen Nutzertäuschung

google_OZDie australische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde (ACCC) wirft Google vor, bei der Erhebung und Verwendung von Standortdaten Verbrauchern absichtlich falsche Angaben gemacht zu haben.

 

Die ACCC hat beim Bundesgerichtshof Klage gegen Google LLC und Google Australia Pty Ltd (zusammen Google) erhoben, weil sie angeblich irreführendes Verhalten an den Tag legen und den Verbrauchern gegenüber falsche oder irreführende Darstellungen über die von Google gesammelten, aufbewahrten und verwendeten personenbezogenen Standortdaten machten.

 

Die Klage bezieht sich auf die Erhebung von Standortdaten durch zwei Google-Konto-Einstellungen: eine mit der Bezeichnung “Standortverlauf” und eine mit der Bezeichnung “Web & App Activity”.

 
Die ACCC behauptet, dass es von Google irreführend war, den Verbrauchern von Januar 2017 bis Ende 2018 nicht richtig mitzuteilen, dass beide Einstellungen abgeschaltet werden mussten, wenn die Verbraucher nicht wollten, dass Google ihre Standortdaten sammelt, speichert und verwendet.

 

Die ACCC behauptet auch, dass die Bildschirmanweisungen von Google, die erklären, wie Standortdaten verwendet werden würden, wenn Kunden auf ihre Einstellungen “Standortverlauf” und “Web & App Activity” zugriffen, irreführend waren.

 
Ab März 2017, wenn Verbraucher auf die Einstellungen “Web & App Activity” zugriffen, und ab Mai 2018 auf die Einstellung “Location History”, zeigte Google auf dem Bildschirm Nachrichten an, die besagen, dass Standortdaten nur von Google für die Nutzung der Google-Dienste durch den Verbraucher erhoben und verwendet würden.

 
Google gab hingegen nicht bekannt, dass die Daten auch für eine Reihe anderer Zwecke verwendet werden können, die nicht mit der Nutzung der Dienste von Google durch den Verbraucher zusammenhängen.

 

ACCC Chair Rod Sims sagt dazu “Wir erheben Klage gegen Google, weil wir behaupten, dass Google als Ergebnis dieser Bildschirmdarstellungen hochsensible und wertvolle personenbezogene Daten über den Standort der Verbraucher gesammelt, aufbewahrt und verwendet hat, ohne dass sie (die Verbraucher) eine fundierte Entscheidung getroffen haben”.

 

 

https://www.accc.gov.au/

Adfraud auch bei Geotargeting

Loacation-Targeted-Mobile-Ad-SpendEigentlich sollte Geotargeting – also das Ausspielen von mobiler Werbung auf Basis der GPS-Koordinaten von Smartphones einen effizienteren Einsatz von Werbebudgets ermöglichen.

 

Deswegen wird auch immer mehr Geld dafür ausgegeben -  allein in den USA bis 2020 $31,1 Milliarden; gegenüber geschätzten $26,5 Milliarden in diesem Jahr, so die Prognose von BIA/Kelsey.

 

Wegen qualitativ schlechter Daten und falsch ausgespielter standortbezogener Ad Impressions werden allerdings zwischen 30% und 80% der Werbeausgaben verschwendet, so eine neue Studie von Location Sciences.
Basierend auf einer Prüfung von insgesamt 500 Millionen geocodierten Ad Impressioms, die zwischen Januar und Juni diesen Jahres in Großbritannien und den USA geliefert wurden, wurden bis zu 65.000 von 100.000 US-Dollar außerhalb des Zielgebiets oder basierend auf Signalen unzureichender Qualität ausgespielt.

 

Während 90% der geocodierten Ad Impressions von hoher Qualität sein sollten, um sie für ein spezifisches Location-Targeting zu verwenden, hatte in dieser Analyse die Hälfte der Lieferanten einen deutlich schlechteren Signalqualitätswert von weniger als 70%.

 

Juniper Research schätzt, dass die gesamten Verluste durch Online-, Mobil- und In-App-Werbebetrug in diesem Jahr weltweit 42 Milliarden US-Dollar erreichen werden.

 

“Wie bei allen Daten ist der Schlüssel zur Verbesserung die Transparenz”, resümiert der Chief Business Officer des Unternehmens, Jason Smith. Die Analyse ergab, dass eine 40%ige Steigerung der Ortungssignalqualität und eine 10%ige Erhöhung der Genauigkeit durch eine verbesserte Transparenz der Daten erreicht werden kann. Es sei zwar nicht die Schuld von Vermarktern, dass schlechte Daten auf dem Markt sind, aber es ist wichtig, dass sie “die Komplexität der Standortdatenerfassung und -verteilung verstehen”, schrieb der Präsident des Unternehmens, Warren Zenna, in einem aktuellen Blog. “Wenn Sie es noch nicht getan haben, beginnen Sie mit der Abfrage, wie Ihre Partner die Standortdaten, die sie zum Erstellen Ihrer Kampagnen verwenden, beziehen und verifizieren. …”

 

https://www.locationsciences.ai/blog/

https://www.mediapost.com/

Google trackt alle User – selbst wenn die das ablehnen

AP-Googl4Eine Untersuchung der Associated Press hat ergeben, dass Google auch dann Standortdaten seiner Nutzer aufzeichnet, wenn diese das ausdrücklich abgelehnt haben.

 

Obwohl Google auf seiner Supportseite explizit darauf hinweist, dass keine Standortdaten gespeichert werden, wenn Tracking deaktiviert ist, werden trotzdem verschiedene Daten im jeweiligen Google-Konto gespeichert.

 

Denn einige Apps sammeln auch weiterhin Zeit und Ort relevante Angaben, darunter zum Beispiel Wetter-Apps oder Internetsuchen bei denen Längen- und Breitengrad des Aufenthaltortes gespeichert werden. Informatikwissenschaftler in Princeton bestätigten diese Ergebnisse.

 

Betroffen sind weltweit 2 Mrd. Android Smartphones und zudem mehrere 100 Millionen iPhones, deren Nutzer z.B. Google Maps verwenden.

 

Mehr dazu unter https://apnews.com