Schlagwort-Archiv: Pandemie

Studie: Mobiler Click Fraud stieg in Covid-Hochzeit um 62 Prozent an

Während der Hochphase der Coronavirus-Pandemie hat sich das Problem des Klickbetrugs auf Mobilgeräten deutlich verschärft. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Trends in Mobile Click Fraud during Covid-19“ von ClickCease. Demnach wurden von Mai bis Juni 2020 62 Prozent mehr betrügerische Machenschaften auf diesem Gebiet festgestellt.

Laut der Analyse waren 14 Prozent des gesamten bezahlten Suchverkehrs betrügerisch. Davon stammten 85 Prozent von mobilen Devices und 15 Prozent vom Desktop. Der Klickbetrug auf Android-Geräten stieg von 12 auf 29 Prozent, womit ihr Anteil am mobilen Click Fraud auf 81 Prozent hochging. Auf iOS-basierten Geräten stieg die Rate des Klickbetrugs von 2 auf 12 Prozent.

Click Fraud verursacht weltweit einen Schaden von 24 Milliarden Dollar. Dabei wird versucht, gefälschte Werbe-Klicks entweder manuell oder über Bots zu erzeugen. Die Studie hat mehr als 1,8 Milliarden Klicks auf über 5.000 Online-Werbekonten in 78 Ländern unter die Lupe genommen. Dabei kam eine spezielle Betrugserkennungsmaschine von ClickCease zum Einsatz, die nicht-menschliche, betrügerische oder ungültige Klicks aufdeckt.

Quelle: Campaign

Coca-Cola und JCDecaux rufen mit DOOH-Kampagne zum lokalen Shopping auf

In Mittel- und Südamerika machen Nachbarschaftsläden rund 40 Prozent des Lebensmittelumsatzes aus. Vor allem diese kleinen Unternehmen sind aber am stärksten von der Corona-Krise betroffen, zahlreiche Schließungen drohen. Coca-Cola und JCDecaux Top Media sind daher eine Partnerschaft eingegangen und machen sich in dieser Region mit einer DooH-Kampagne für lokales Shopping stark.

„Comprá cerca, reactivá tu barrio“ – „Kauf lokal, belebe deine Nachbarschaft“ – unter diesem Motto rufen Coca-Cola und JCDecaux dazu auf, sich mit den kleinen Ladenbesitzern zu solidarisieren und während der Covid-19-Pandemie erst recht vor Ort einzukaufen. Zu sehen ist die Kampagne derzeit in Guatemala, Costa Rica, Panama und Kolumbien.

www.invidis.de

Verhalten optimistischer Blick in die Zukunft der US-Werbeindustrie

Die Hälfte des Jahres ist so gut wie vorbei und es ist wieder an der Zeit für die diversen Prognosen, wie die Werbewirtschaft in den einzelnen Ländern aus dem aktuellen Werbejahr herausgehen wird. Los geht es mit den USA: Nach WARC (siehe dazu die vorherige News) veröffentlichten nun auch IPG Mediabrands ihren „Magna Global Ad Report“ und GroupM den „This Year, Next Year“-Bericht für den amerikanischen Werbemarkt. Und obwohl die Vorhersagen wohl noch niemals zuvor so schwierig wie in diesem besonderen Corona-Jahr waren: Alle drei Studien blicken verhalten optimistisch in die Zukunft der Werbezunft.

Zwar rechnet die GroupM in den USA mit einem Rückgang der Werbeausgaben von 13 Prozent. Doch damit geht die weltgrößte Media-Agenturgruppe ähnlich wie das Forschungsinstitut WARC davon aus, dass der Corona-bedingte Einbruch geringer ausfallen dürfte als in der Finanzkrise 2009 (-16 Prozent). Dabei soll Online mit einem Minus von 3 Prozent aktuell noch am besten aus der Krise kommen. TV (-7 Prozent), Print (-26 Prozent), Audio (-24 Prozent) und Out-of-Home (-21 Prozent) müssen dagegen schon härter kämpfen.

Die IPG-Tochter Magna prognostiziert für die Vereinigten Staaten einen Rückgang der Werbeeinnahmen um 4,3 Prozent von insgesamt 11 Milliarden auf 213 Milliarden US-Dollar (2019: 224 Milliarden US-Dollar). Positiv für die Entwicklung sollen sich hier die anstehenden Präsidentschaftswahlen und die damit verbundene Werbung auswirken. Für 2021 erwartet Magna bereits eine Erholung der US-Werbeumsätze, die um 4 Prozent auf 222 Milliarden US-Dollar steigen werden.

Auch die IPG-Tochter erwartet für die meisten Mediengattungen deutliche Rückgänge: So sollen die nationalen TV-Werbeeinnahmen in diesem Jahr um 13 Prozent, die Print-Werbeeinnahmen um 26 Prozent und die Radio-Werbeeinnahmen um 17 Prozent schrumpfen. Auch die Umsätze von Out-of-Home (-17,5 Prozent) und Kino (-36 Prozent) werden spürbar zurückgehen. Nur Digital soll sich im Sommer stabilisieren und in der zweiten Jahreshälfte soweit erholen, dass das Jahr mit einem Plus von 2 Prozent auf 130 Milliarden US-Dollar abgeschlossen werden kann.

Weltweit werden die Anzeigenverkäufe laut Magna in diesem Jahr um 7 Prozent zurückgehen, und zwar um 42 Milliarden US-Dollar auf 540 Milliarden US-Dollar. Allerdings werden sich die Folgen der Covid-19-Pandemie noch länger im globalen Werbemarkt bemerkbar machen: So senkte Magna seine Prognose für 2022-2024 von 4,5 Prozent auf 3,5 Prozent Wachstum pro Jahr.

www.meedia.de, www.adweek.com, www.groupm.com, www.magnaglobal.com

Umsätze der meisten OWM-Mitglieder gehen zurück

Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) hat eine Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf ihre Geschäftsentwicklung und Werbemaßnahmen durchgeführt. Demnach kämpfen 60 Prozent der befragten Mitglieder mit Umsatzrückgängen, was sich auch in den Werbeinvestitionen widerspiegelt. Am stärksten von den Kürzungen der Werbemaßnahmen betroffen sind die klassischen Medien.

„Viele Unternehmen haben konsequent reagiert und ihre Kampagnen angepasst. Das hat natürlich auch deutliche Auswirkungen auf den deutschen Werbemarkt“, sagt Joachim Schütz, Geschäftsführer der OWM. So haben mehr als 80 Prozent der Unternehmen in bereits laufende Kampagnen eingegriffen, indem diese entweder mit reduzierten Budgets weitergeführt oder ganz zurückgestellt wurden. Immerhin: Zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen haben mit neuen Kampagnen auf die Corona-Krise reagiert oder haben einen solchen Werbeauftritt in Planung.

www.wuv.de

Pilot Radar: Konsumverhalten normalisiert sich wieder

Mit der Öffnung des Handels nach dem Lockdown finden die Deutschen trotz Corona zu einem normalen Konsumverhalten zurück und planen auch wieder Urlaube. Das zeigt die neue Welle der Studienreihe Pilot Radar „Markenkommunikation in Zeiten von Corona“, die von Pilot seit der Pandemie wöchentlich durchgeführt wird. In der neunten Welle der Umfrage zu Einstellungen und Konsumverhalten der Deutschen hat die Hamburger Agentur am 13./14. Mai (KW 20) wieder über 1.000 repräsentative Online-Interviews erhoben, um daraus resultierend Empfehlungen für die Kommunikationsbranche abzuleiten. 

So sinkt die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln, ebenso hat das Hamstern nachgelassen. Dabei entwickelt sich auch die Ausgabebereitschaft tendenziell positiv: Der Anteil der Menschen, die weniger Geld ausgeben wollen, ist von 45 Prozent Ende April (KW 13) auf aktuell 37 Prozent gesunken – und dies gilt auch für Personen, die wirtschaftlich von der Krise betroffen sind.

Die Studie ergab zudem, dass nach den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen für viele Produkte des täglichen Bedarfs nun auch das Potenzial für Online-Kauf und Lieferservice wieder sinkt. Die Menschen freuen sich offensichtlich darüber, die heimischen vier Wände zu verlassen. Dabei ist die Schnäppchenjagd in vollem Gange, was sich auch auf die Einstellung zur Werbung auswirkt: Während Werbung für Sonderangebote und Rabatte besonders gut gefällt, nimmt die Begeisterung für Kampagnen, die den positiven Beitrag von Marken zeigen, weiter ab.

Mehr dazu unter www.pilot.de

Sidewalk Labs gibt Smart-City-Pläne für Toronto auf

Die zum Google-Mutterkonzern Alphabet gehörende Firma Sidewalk Labs hat ihre Pläne für den Aufbau eines „Smart District“ in Toronto aufgegeben. Grund ist die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dabei sollte „Smart Neighbourhood“, das in den letzten Jahren auch im Fokus der Sidewalk Labs stand, zu einem Vorzeigeprojekt für „Smart Cities“ auf der ganzen Welt werden.

In einem Blog-Beitrag erklärte Sidewalk Labs-CEO Dan Doctoroff, dass die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Immobilienmarkt es unmöglich machten, das Projekt in Toronto fortzusetzen. Allerdings würde die Arbeit, die das Unternehmen bisher in das Projekt investiert habe, weiterhin „einen sinnvollen Beitrag zur Entwicklung großer Stadtprojekte“ leisten.

Mit ihrem Rückzug kam die Alphabet-Tochter, die bei ihrer Auswahl als Bauträger des Gebiets heftiger Kritik von Datenschützern und Bürgerinitiativen ausgesetzt war, der Stadt Toronto zuvor: Diese wollte am 20. Mai endgültig entscheiden, ob das Projekt fortgesetzt werden sollte oder nicht.

https://cnbc.com