Schlagwort-Archiv: Corona-Krise

Zenith-Prognose: 2020 sind mehr als die Hälfte aller Anzeigen weltweit digital

Digitale Werbung wird im Jahr 2020 erstmals einen weltweiten Werbemarktanteil von über 50 Prozent erreichen. Das prognostiziert die Mediaagenturgruppe Zenith aus. Die Verlagerung der Werbeausgaben auf digitale Plattformen ist auf die Lockdowns aufgrund der Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Urprünglich war Zenith davon ausgegangen, dass Digital die 50-Prozent-Marke erst 2021 überschreiten würde.

Die Publicis-Tochter rechnet zudem damit, dass die globalen Werbeausgaben infolge der Corona-Krise in diesem Jahr um 9,1 Prozent sinken werden. In Westeuropa soll der Rückgang sogar 15 Prozent betragen, in den USA „nur“ 7 Prozent. Auch die einzelnen Mediengattungen sind unterschiedlich betroffen: Out-of-Home geht wahrscheinlich mit -25 Prozent aus 2020 heraus. Für 2021 prognostiziert die Agentur aber bereits eine Erholung des Gesamtmarktes um 5,8 Prozent, angefeuert durch die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio und die Fußball-EM. Die Außenwerbung soll dann wieder ein Plus von 16 Prozent verbuchen.

www.horizont.net

OOH blickt mit Zuversicht ins zweite Halbjahr 2020

Der Fachverband Aussenwerbung (FAW) blickt zuversichtlich ins zweite Halbjahr: Die Mobilität befindet sich wieder auf Normalniveau. Ebenso steigen die Umsätze von Out-of-Home (OOH) wieder.

Zwar liegt laut dem Nielsen-Werbetrend der Bruttoumsatz aller Mediengattungen nach wie vor unter Vorjahresniveau. Doch der Abwärtstrend der letzten Monate scheint gestoppt: Nachdem der Gesamtmarkt im April und Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jeweils etwa 20 Prozent weniger Umsatz verbuchte, zeigt der Juni mit 12 Prozent gegenüber Juni 2019 wieder eine deutliche Erholung. Auch OOH hat die Talsohle offenkundig durchschritten: Hier weist das Bruttoauftragsvolumen von Mai auf Juni 2020 erstmals wieder einen leichten Anstieg auf (+1,65 Prozent).

Auch die Mobilität im öffentlichen Raum bewegt sich wieder in Richtung Normalität, wie ein FAW-eigener, von Adsquare entwickelter Mobilitätsindex belegt. Die Ermittlung erfolgt in den für OOH relevanten Umfeldern – in den Innenstädten und Shopping Areas, an Hauptverkehrsstraßen und Bahnhöfen. Demnach zeigte sich Ende Juni für fast alle Bereiche eine vollständige Rückkehr der „Normalmobilität“, d.h. der durchschnittlichen Mobilität der Bevölkerung vor der Corona-Krise.

„Unser spezifischer Mobilitätsindex festigt zu diesem wichtigen Zeitpunkt das Vertrauen der Kunden in das Medium OOH“, so FAW-Geschäftsführer Kai-Marcus Thäsler: „Es gibt enge Korrelationen zwischen der Entwicklung der Mobilität und der Umsätze, und der Kurs weist in beiden Fällen nach oben. Wir sind daher zuversichtlich, dass OOH den Umsatzeinbruch der vergangenen Wochen bis zum Ende dieses Jahres kompensieren kann.“

Quelle: Fachverband Aussenwerbung e.V.

Coca-Cola und JCDecaux rufen mit DOOH-Kampagne zum lokalen Shopping auf

In Mittel- und Südamerika machen Nachbarschaftsläden rund 40 Prozent des Lebensmittelumsatzes aus. Vor allem diese kleinen Unternehmen sind aber am stärksten von der Corona-Krise betroffen, zahlreiche Schließungen drohen. Coca-Cola und JCDecaux Top Media sind daher eine Partnerschaft eingegangen und machen sich in dieser Region mit einer DooH-Kampagne für lokales Shopping stark.

„Comprá cerca, reactivá tu barrio“ – „Kauf lokal, belebe deine Nachbarschaft“ – unter diesem Motto rufen Coca-Cola und JCDecaux dazu auf, sich mit den kleinen Ladenbesitzern zu solidarisieren und während der Covid-19-Pandemie erst recht vor Ort einzukaufen. Zu sehen ist die Kampagne derzeit in Guatemala, Costa Rica, Panama und Kolumbien.

www.invidis.de

Verhalten optimistischer Blick in die Zukunft der US-Werbeindustrie

Die Hälfte des Jahres ist so gut wie vorbei und es ist wieder an der Zeit für die diversen Prognosen, wie die Werbewirtschaft in den einzelnen Ländern aus dem aktuellen Werbejahr herausgehen wird. Los geht es mit den USA: Nach WARC (siehe dazu die vorherige News) veröffentlichten nun auch IPG Mediabrands ihren „Magna Global Ad Report“ und GroupM den „This Year, Next Year“-Bericht für den amerikanischen Werbemarkt. Und obwohl die Vorhersagen wohl noch niemals zuvor so schwierig wie in diesem besonderen Corona-Jahr waren: Alle drei Studien blicken verhalten optimistisch in die Zukunft der Werbezunft.

Zwar rechnet die GroupM in den USA mit einem Rückgang der Werbeausgaben von 13 Prozent. Doch damit geht die weltgrößte Media-Agenturgruppe ähnlich wie das Forschungsinstitut WARC davon aus, dass der Corona-bedingte Einbruch geringer ausfallen dürfte als in der Finanzkrise 2009 (-16 Prozent). Dabei soll Online mit einem Minus von 3 Prozent aktuell noch am besten aus der Krise kommen. TV (-7 Prozent), Print (-26 Prozent), Audio (-24 Prozent) und Out-of-Home (-21 Prozent) müssen dagegen schon härter kämpfen.

Die IPG-Tochter Magna prognostiziert für die Vereinigten Staaten einen Rückgang der Werbeeinnahmen um 4,3 Prozent von insgesamt 11 Milliarden auf 213 Milliarden US-Dollar (2019: 224 Milliarden US-Dollar). Positiv für die Entwicklung sollen sich hier die anstehenden Präsidentschaftswahlen und die damit verbundene Werbung auswirken. Für 2021 erwartet Magna bereits eine Erholung der US-Werbeumsätze, die um 4 Prozent auf 222 Milliarden US-Dollar steigen werden.

Auch die IPG-Tochter erwartet für die meisten Mediengattungen deutliche Rückgänge: So sollen die nationalen TV-Werbeeinnahmen in diesem Jahr um 13 Prozent, die Print-Werbeeinnahmen um 26 Prozent und die Radio-Werbeeinnahmen um 17 Prozent schrumpfen. Auch die Umsätze von Out-of-Home (-17,5 Prozent) und Kino (-36 Prozent) werden spürbar zurückgehen. Nur Digital soll sich im Sommer stabilisieren und in der zweiten Jahreshälfte soweit erholen, dass das Jahr mit einem Plus von 2 Prozent auf 130 Milliarden US-Dollar abgeschlossen werden kann.

Weltweit werden die Anzeigenverkäufe laut Magna in diesem Jahr um 7 Prozent zurückgehen, und zwar um 42 Milliarden US-Dollar auf 540 Milliarden US-Dollar. Allerdings werden sich die Folgen der Covid-19-Pandemie noch länger im globalen Werbemarkt bemerkbar machen: So senkte Magna seine Prognose für 2022-2024 von 4,5 Prozent auf 3,5 Prozent Wachstum pro Jahr.

www.meedia.de, www.adweek.com, www.groupm.com, www.magnaglobal.com

WARC Global Ad Trends: Werbemarkt bricht deutlich weniger stark als 2009 ein

Die durch den Coronavirus-Abschwung verursachten Schäden am globalen Werbemarkt werden weniger schwerwiegende Auswirkungen haben als die der Finanzkrise von 2009. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Prognose von WARC. Das Werbeforschungsinstitut hat 96 Märkte weltweit untersucht: Demnach werden die weltweiten Werbeausgaben 2020 um 8,1 Prozent beziehungsweise 49,6 Milliarden US-Dollar auf 563 Milliarden US-Dollar sinken. 2009 lag der Rückgang bei 12,7 Prozent.

Die Entwicklung trifft die einzelnen Mediengattungen und Regionen sehr unterschiedlich. Von der Rezession besonders hart betroffen ist Europa: Hier gehen die Werbeausgaben insgesamt um 12,2 Prozent (18,1 Milliarden) auf 129,9 Milliarden US-Dollar zurück. Dabei werden die Märkte in Italien (-21,7 Prozent), Frankreich (-18,7 Prozent) und Großbritannien (-16,4 Prozent) am stärksten leiden. Deutschland kommt dagegen mit einem Minus von 6,1 Prozent noch relativ glimpflich davon. Damit würde der Werbemarkt laut WARC um 1,5 Milliarden US-Dollar auf 24,9 Milliarden schrumpfen.

Laut WARC wird es dabei den traditionellen Mediengattungen weitaus schlechter ergehen als den digitalen Kanälen. So ist mit deutlichen Rückgängen in den Bereichen Kino (-31,6 Prozent), Out-of-Home (-21,7 Prozent), Zeitschriften (-21,5 Prozent), Zeitungen (-19,5 Prozent), Radio (-16,2 Prozent) und Fernsehen (-13,8 Prozent) zu rechnen. Die Online-Medien sollen dagegen sogar mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent aus Krise herauskommen.

www.horizont.net

England: Corona-Krise sorgt für Umsatzrückgang von OOH – DOOH ist nicht betroffen

Die Corona-Krise hinterlässt auch im britischen Out-of-Home-Markt ihre Spuren: Wie der Out-of-Home-Verband Outsmart bekannt gegeben hat, hat die Außenwerbebranche in Großbritannien im 1. Quartal 2020 insgesamt einen Umsatz von 276 Millionen Pfund Sterling erzielt. Das entspricht einem Rückgang von -3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (285 Millionen Pfund Sterling im 1. Quartal 2019).

Dabei befand sich die britische OOH-Branche Anfang des Jahres noch auf einem sehr guten Kurs, wie die von PwC zusammengetragenen Zahlen zeigen: So lagen die Umsätze im Januar um 1,8 Prozent und im Februar um 3,8 Prozent höher als in den jeweiligen Vorjahresmonaten. Der März mit der als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie verhängten Ausgangssperre sorgte aber dann für einen deutlichen Einbruch, sodass die Branche nun mit einem Minus von 3,1 Prozent aus dem 1. Quartal gegangen ist.

Allerdings haben sich die einzelnen Bereiche sehr unterschiedlich entwickelt: Während die klassische Außenwerbung in Q1 2020 einen Rückgang von -11,1 Prozent verzeichnet (gegenüber +3,1 Prozent in Q1 2019), kann Digital Out-of-Home weiterhin um 5,2 Prozent wachsen (gegenüber +10,9 Prozent in Q1 2019).

Auch für das 2. Quartal rechnet Outsmart noch mit einem deutlichen Rückgang für den gesamten Außenwerbemarkt. Eine Erholung ist laut dem Verband erst ab dem 3. und 4. Quartal 2020 in Sicht.

www.outsmart.org.uk

Umsätze der meisten OWM-Mitglieder gehen zurück

Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) hat eine Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf ihre Geschäftsentwicklung und Werbemaßnahmen durchgeführt. Demnach kämpfen 60 Prozent der befragten Mitglieder mit Umsatzrückgängen, was sich auch in den Werbeinvestitionen widerspiegelt. Am stärksten von den Kürzungen der Werbemaßnahmen betroffen sind die klassischen Medien.

„Viele Unternehmen haben konsequent reagiert und ihre Kampagnen angepasst. Das hat natürlich auch deutliche Auswirkungen auf den deutschen Werbemarkt“, sagt Joachim Schütz, Geschäftsführer der OWM. So haben mehr als 80 Prozent der Unternehmen in bereits laufende Kampagnen eingegriffen, indem diese entweder mit reduzierten Budgets weitergeführt oder ganz zurückgestellt wurden. Immerhin: Zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen haben mit neuen Kampagnen auf die Corona-Krise reagiert oder haben einen solchen Werbeauftritt in Planung.

www.wuv.de

Nielsen: Werbemarkt im April massiv eingebrochen

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Was sich im März schon angedeutet hat, ist im April nun bittere Wahrheit geworden: Laut Nielsen verzeichnet der deutsche Werbemarkt im April 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlichen Rückgang von 21,3 Prozent. Dabei haben alle Medien Verluste hinnehmen müssen.

Am stärksten von der Corona-Krise betroffen ist das Kino mit einem Rückgang von 99,8 Prozent im April – hier macht sich einfach die Schließung der Kinosäle bemerkbar. Doch bei den anderen Medien zeigt sich, dass die zu Lockdown-Zeiten verstärkte Nutzung sich nicht automatisch positiv auf die Werbeeinnahmen ausgewirkt hat: So verzeichnet Radio ein Minus von 42,1 Prozent (Privat Radio minus 40,4 Prozent, öffentlich-rechtlich minus 47,4 Prozent). Und auch TV weist im April einen Rückgang von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus.

Die Verluste im Bereich Out-of-Home fallen dagegen geringer aus als erwartet und betragen im April minus 12,5 Prozent, wobei hier am stärksten der Ambient-Bereich betroffen ist (minus 80 Prozent). Plakat verliert nur 10,1 Prozent, Transport-Medien 15,5 Prozent sowie At-Retail Medien 5,8 Prozent.

www.wuv.de